Um gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen hat der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) einen Mantelvertrag aufgesetzt, der verschiedene Belange einer Zeitarbeit bestimmt und regelt. Somit können Zeitarbeiter nicht mehr ausgenutzt werden, und es herrschen klar definierte Zustände. Das kommt letztendlich beiden Seiten zugute. Der Arbeitnehmer wird fair behandelt und der Arbeitgeber, weiß wo er steht.

Was ist der BAP Tarifvertrag?

manteltarifvertragDer BAP Vertrag ist ein Mantelvertrag den teilnehmende Firmen auf ihr Unternehmen beziehen können. Damit gilt also der allgemeine Vertrag, nach Übernahme des Regelwerks für eine spezielle Firma, welche mit dem BAP zusammen arbeitet. Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft beim BAP. Diese unterscheidet sich in vier Unterkategorien: Die T- C- D- oder OT Mitgliedschaft. Je nach Zweck wird eine dieser Mitgliedschaften eingegangen. Ordentliche Mitglieder entscheiden nach Abwägung der Vor- und Nachteile wo sie sich zuordnen. Die BAP ist das Ergebnis einer Fusion aus BZA und DGB. Die Rechtsgrundlagen wurden bei der Zusammenschließung ebenfalls übernommen. Das bedeutet, rechtliche Basen sind ein und dieselben. Der allgemeine BAP Tarifvertrag wurde jedoch neu aufgesetzt.

Wo gilt der BAP Tarif?

dreiecksverhaeltnisDer BAP Tarif gilt räumlich gesehen in Deutschland. Die Richtlinien im Vertrag binden die Wirksamkeit nur mit Deutschland. Selbst Länder in der EU können also nicht miteinbezogen werden! Auch wenn der Hauptsitz des Unternehmens in Deutschland liegt. Persönlich gesehen, gilt der Tarifvertrag nicht, wenn Zeitarbeiter entsprechend auf Kundenunternehmen verlagert werden, um andere Tarifverträge zu umgehen. In der Vergangenheit sind nämlich Fälle an die Öffentlichkeit geraten, in denen Zeitarbeiter absichtlich an Firmen abgegeben worden sind, welche den BAP Tarif geltend machten. Das führte dazu, dass der eigentliche, von der BAP unabhängige Vertrag des Unternehmens umgangen wurde. Mit der neuen Regelung soll diese Taktik vermieden werden.

BAP Tarif – Wie ist es mit dem Urlaubs- Weihnachtsgeld?

Die Vertragsregelung sieht genaue Umsetzungen der Urlaubs- Weihnachtsgeldregelung vor. Und zwar ist es so, dass Mitarbeiter nach einem Beschäftigungsverhältnis, welches länger als sechs Monate andauert, das Recht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld beanspruchen dürfen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet den Zahlungen nachzugehen. Das Urlaubsgeld wird im Kalendermonat Juni geltend gemacht. Das Weihnachtsgeld muss im November ausgezahlt werden. Das Weihnachts- sowie Urlaubsgeld, beträgt nach den ersten sechs Monaten 150 Euro, nach den ersten drei Jahren 200 Euro und nach fünf Jahren 300 Euro. Es besteht jedoch die Voraussetzung einer durchgehenden Beschäftigung. Arbeitsverhältnisse mit Pausen werden anteilsmäßig bezahlt. Wird nach Erhalt der Zahlungen bis zum 31. März des Folgejahres gekündigt, ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, das Geld zurück zu überweisen, da kein Vertragsverhältnis mehr besteht.

Wie setzt sich das Gehalt beim BAP Tarif zusammen?

gehaltDie Zeitarbeiter erhalten ein Entgelt, welches sich auf Basis einer individuell geregelten Arbeitszeit zusammensetzt. Es muss bis spätestens den 15. Banktag des Folgemonats überwiesen oder etwaig ausgezahlt werden. Die genaue Zusammensetzung, besteht aus dem festen Monatsentgelt und variablen Entgeltbestandteilen. Das sind zum Beispiel Zuschläge. Doch zu diesem Thema später mehr. Bei Krankheit wird das fixe Entgelt weiter bezahlt – die variablen Zahlungen fallen jedoch aus. Es gibt noch eine spezielle Regelung, die Umwandlung des Entgelts betreffend. Und zwar hat jeder Zeitarbeiter das Recht darauf, sein Gehalt umzuwandeln. Sie können bis zu 4% (Beitragsbemessungsgrenze) der Rentenversicherung für betriebliche Altersversorgung zuschreiben. Genaue Details sind jedoch nicht im BAP Vertrag enthalten und werden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausgemacht. Ein weiterer Bestandteil des Gehalts, ist ein monatlicher Betrag von 13,30 Euro, der nur in die betriebliche Altersversorgung gegeben werden kann. Diese Pflicht besteht seit dem 1. Juli 2005. Sofern das der Wunsch des Mitarbeiters ist, muss die Personalabteilung dem auch nachgehen. Wird dem nicht entsprochen, hat das einen Vertragsbruch als Konsequenz.

Gibt es einen vorgeschriebenen Stundenlohn?

Über die Entscheidung bezüglich des Stundenlohns, wurde am 27.08.2012 die letzte Änderung durchgeführt. Jetzt gibt es verschiedene Stundenlöhne aufgeteilt, in unterschiedliche Entgeltgruppen (eins bis neun). In den östlichen Bundesländern gilt eine Untergrenze von 7,50 Euro und in den westlichen Bundesländern eine Untergrenze von 8,19 Euro. Genaue Daten werden der Entgelttabellen im BAP Vertrag entnommen. Als Anhaltspunkt gilt dabei immer der genaue Arbeitsort (Kundenbetrieb). Ist der Zeitarbeiter beispielsweise in Sachsen-Anhalt beschäftigt, gibt die Auszahlungstabelle Ost. Wird in Bayern gearbeitet, gilt die Auszahlungstabelle West. So wird deutlich differenziert. Zusätzlich werden noch weitere Informationen in der Entgelttabelle angezeigt. Das sind die erhöhten Stundensätze nach einer bestimmten ab gefristeten Arbeitszeit. So werden nach neun Monaten 1,5% mehr berechnet und nach zwölf Monaten 3,0%. Um den Aufwand des Berechnens zu umgehen, werden diese Daten direkt im Tabellenblatt des Vertrags aufgeführt.

BAP Tarif Tabellen in der Übersicht ab 11/2012

Metall-/Elektroindustrie
zeitarbeitstarifentgelte metall elektro

Chemieindustrie
zeitarbeitstarifentgelte chemie

Kunststoffindustrie und Kautschukindustrie ab 01/2013
zeitarbeitstarifentgelte kunststoff

Schienenverkehr ab 04/2013
zeitarbeitstarifentgelte schienverkehr

Verdienst erhöhen – So geht´s?

Ja, es gibt zahlreiche Möglichkeiten den Verdienst zu erhöhen. Die Arbeit nachts, wird mit einem Zuschlag belohnt. Ebenso die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Das ist vertraglich festgesetzt und unumgänglich. Der Zuschlag beträgt dann 25 % des jeweiligen tariflichen Stundenlohns. Außerdem ist es möglich bestimmte Branchenzuschläge zu kassieren. Genaue Details findet man wiederum in spezifischen Verträgen, außerhalb des BAP Vertrages. In den meisten Fällen ist es dann so geregelt, dass generell mehr gezahlt wird. Doch es gibt auch Zuschläge für den Zeitarbeiter, wenn er über eine länger anhaltende Zeitperiode bei dem gleichen Unternehmen beschäftigt wird. Nach neun Kalendermonaten sind das 1,5% und nach zwölf Kalendermonaten 3,0%. Der Zuschlag ist dabei Einsatzbezogen.